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Schweizer Kantone

Die "Bundesländer" der Schweiz

Die 26 Kantone der Schweiz entsprechen in der innenpolitischen Bedeutung und in ihrer verfassungsrechtlichen Stellung und Organisation in etwa den deutschen oder österreichischen Bundesländern, sind allerdings von der Fläche und der Einwohnerzahl durchaus eher mit den französischen Cantons (Landkreisen) zu vergleichen - obwohl es da aus historischen Gründen in der Schweiz extreme Unterschiede gibt: Der grösste Kanton (Graubünden) hat die 192-fache Fläche des kleinsten (Basel-Stadt), zählt dabei aber sogar weniger Einwohner als dieser - während der Kanton Zürich rund 80 mal so viele Einwohner zählt wie der Kanton Appenzell-Innerrhoden.

Die meisten Kantone sind ihrerseits in Verwaltungsbezirke gegliedert, für die es aber schon in deutscher Sprache kantonal unterschiedliche Bezeichnungen (Bezirk, Amtsbezirk, Amt) und auch im Einzelnen unterschiedliche Strukturen und Verwaltungsorganisationen gibt.

Die Kommunen heissen in der deutschsprachigen Schweiz Gemeinden, wobei es auch hier im Detail kantonale Strukturen gibt, die zum Teil auch im gleichen Kanton noch nebeneinander existieren.

Politische Karte der Kantone der Schweiz

Politische Karte der Kantone der Schweiz
Die Abkürzungen der Kantone werden in der unten stehenden Tabelle erklärt.



Grundlegende statistische Daten der Schweizer Kantone

Swiss car number plate

Autokennzeichen in der Schweiz zeigen auf der Rückseite des Fahrzeuges links das Wappen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, in der Mitte die Abkürzung des Kantons und rechts das . In der folgenden Tabelle sind die Kantone mit ihren Abkürzungen in alphabetischer Reihenfolge, Fläche, Bevölkerungszahl, Bevölkerungsdichte sowie dem Link auf die offizielle Webseite des Kantons (d.h. der kantonalen Verwaltung) aufgeführt.

Wappen Beitritt
zum
Bund
Kantonsname Abk Fläche
km²
Bevölkerung
(2010)
Bevöl-
kerungs-
Dichte
/km²
Sprachen Hauptstadt
Hauptort
Einwohner
AG<1415>
1803
AargauAG 1'404 613'000 396 d Aarau 20'000
AR1411
1513
[1597]
Appenzell AusserrhodenAR 243 53'000 218 d Herisau 15'000
AI1411
1513
[1597]
Appenzell InnerrhodenAI 173 16'000 87 d Appenzell 6'000
BL1400
1501
[1833]
Basel-LandBL 518 276'000 508 d Liestal 13'000
1400
1501
[1833]
Basel-StadtBS 37 191'000 5027 d Basel 169'000
BE1323
1353
BernBE 5'959 980'000 159 d,f Bern 124'000
FR1481 Fribourg
Freiburg
FR 1'671 278'000 145 f,d Fribourg
Freiburg
35'000
GE1815 Genève
[Genf]
GE 282 466'000 1486 f Genève
[Genf]
191'000
GL1352 GlarusGL 685 39'000 56 d Glarus 12'000
GR1498
1803
Graubünden
Grischuns
Grigioni
GR 7'105 193'000 27 d,r,i Chur 34'000
JU 1400
<1815>
[1979]
JuraJU 839 70'000 84 f Delémont 12'000
LU1332 LuzernLU 1'494 378'000 253 d Luzern 77'000
NE1406
1815
Neuchâtel
[Neuenburg]
NE 803 172'000 214 f Neuchâtel 33'000
NW1291 NidwaldenNW 276 41'000 147 d Stans 8'000
OW1291 ObwaldenOW 491 36'000 72 d Sarnen 10'000
SG1412
1803
St.GallenSG 2'026 479'000 232 d St. Gallen 73'000
SH1501 SchaffhausenSH 299 76'000 254 d Schaffhausen 35'000
SZ1291 SchwyzSZ 908 147'000 159 d Schwyz 14'000
SO1400
1481
SolothurnSO 791 257'000 325 d Solothurn 16'000
TG<1460>
1803
ThurgauTG 991 247'000 249 d Frauenfeld 23'000
TI<1403>
1803
Ticino
[Tessin]
TI 2'813 334'000 119 i Bellinzona 17'000
UR1291 UriUR 1'077 35'000 33 d Altdorf 9'000
VD<1536>
1803
Vaud
[Waadt]
VD 3'212 718'000 224 f Lausanne 128'000
VS1403
1815
Valais
Wallis
VS 5'225 313'000 59 f,d Sion
Sitten
30'000
ZG1352 ZugZG 239 112'000 468 d Zug 26'000
ZH1351 ZürichZH 1'729 1'390'000 804 d Zürich 389'000
1291 Schweiz
[total]
CH 41'285 7'870'000 191 d,f,i,r Bern 124'000

Detaillierte Statistiken zur Schweiz finden Sie : hier (Bundesamt für Statistik)

 

Erläuterungen zu den Jahreszahlen

Die in <spitzen Klammern> aufgeführten Jahreszahlen bedeuten, dass das Gebiet des betreffenden Kantons zu diesem Zeitpunkt von den damals zur Eidgenossenschaft zählenden Städten und Landkantonen erobert und bis zur Helvetischen Revolution 1798 als Untertanengebiet verwaltet wurde.

Kursiv aufgeführte Jahreszahlen ohne Klammern markieren das Datum eines ersten Assoziierungsabkommens ohne Vollmitgliedschaft (Appenzell, Graubünden).

In [eckigen Klammern] ist bei den Halbkantonen das Jahr der Aufteilung dieser Kantone in zwei eigenständige Halbkantone aufgeführt. Halbkantone verfügen auf Bundesebene nur über je eine statt zwei Stimmen, ansonsten sind sie den übrigen Kantonen gleichgestellt. Der Kanton Jura war ursprünglich Teil des Fürstbistums Basel (deshalb der Bischofsstab im Wappen) und wurde am Wiener Kongress 1815 dem Kanton Bern zugeschlagen, erlangte aber nach langem Ringen in einem komplizierten Verfahren mit mehreren Volksabstimmungen 1979 die Unabhängigkeit als eigenständiger Vollkanton.

Diese grobe Klassifizierung zeigt schon mal auf, dass die oft vertretene Idee, die Schweiz sei seit 1291 eine freie, demokratische Alpenrepublik ins Reich der politischen Mythen gehört. In der tabellarischen Darstellung kann zudem nicht deutlich gemacht werden, dass die Gemeinden und Städte der grossen Kantone Bern, Luzern und Zürich bis 1798 Untertanengebiete ihrer Hauptstädte waren und keine Mitbestimmungsrechte hatten.

Von der Schweiz als moderner Demokratie kann man ab 1831 (demokratische Verfassungen in den meisten Kantonen) bzw. 1848 (moderne Bundesverfassung) sprechen - mit der Einschränkung, dass zu diesem Zeitpunkt das Stimm- und Wahlrecht für Frauen noch kein ernsthaft diskutiertes Thema war und dann viel später als in den anderen europäischen Staaten eingeführt wurde (erst 1971).



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